Seagate BarraCuda 2LP, 2147 MB, ST32550N im Klassik-Artikel

Die Seagate ST32550N gehört zur BarraCuda-2LP-Serie. LP steht hier für LowProfile, also niedrige Bauhöhe. Die Festplatte entspricht dem heutigen 3,5-Zoll-Standard und ist somit nur halb so hoch wie die Seagate Hawk2 ST12400N oder Seagate BarraCuda ST19171W, welche ich beide bereits im Klassik-Artikel beschrieben habe. Neben der hier getesteten Variante mit 2 GB ist auch eine ST31250 mit einer formatierten Kapazität von einem Gigabyte verfügbar. Wie die meisten Festplatten ihrer Zeit, war auch sie mit verschiedenen Interfaces auf dem Markt verfügbar. Neben der 50-Pol.Parallel-SCSI-Variante mit dem Endbuchstaben „N“ sind auch Varianten mit 68-Pol.-Anschluss „W“ oder SCA-Anschluss mit dem Buchstaben „C“ vorhanden. Desweiteren sind auch Modelle mit und ohne Terminator oder Differential-SCSI „D“ zu erwerben gewesen. Betrachtet man beide Kapazitäten, so kommen wir auf stolze 12 Modelle in verschiedenen Kombinationen.

Laut Herstellerhandbuch verfügt die 2-GB-Variante über 11 Schreib-/Lese-Köpfe, was fünf Plattern entsprechen könnte. Bei der 1-GB-Variante sind es 5 Schreib-/Lese-Köpfe und somit vermutlich zwei Platter.

Technische Daten

HerstellerSeagate
SerieBarraCuda 2LP Disc Drive
ModellST32550N
Kapazität2148 MB
Platter5
Lese-/Schreibköpfe11
integrierter Terminatorja
kTpi4,048
Zeit bis zur verifizierten Formatierung30 Min.
Cache512 KB
U/min7200 rpm +- 0,5 %
Übertragungsgeschwindigkeit (max.)keine Angabe
nicht korrigierbare Lesefehler pro gelesenem Bit, max.1 Sektor pro 10E14
ÜbertragungsstandardSCSI-2
Energieverbrauch Last/Leerlauf/Standbysiehe unten
Geräusch (Sone) Leerlauf /Lastkeine Angabe
MTBF800.000 h
Garantie5 Jahre

Detailliierte Bilder

Die schwarze Oberfläche ähnelt den Modellen ST12400N und ST19171W, welche ich mir bereits im Klassik-Format angesehen habe. Auch hier ist wieder eine Notiz des Erstbesitzers vorhanden, die ich natürlich nicht entferne.

Typisch für diese Zeit: Eine sehr große Platine mit vielen elektrischen Bauteilen für den 50.poligen parallel-SCSI-Betrieb.

Ab hier fällt ein großer Unterschied auf. Die Festplatte ist etwas niedriger als eine normale 3,5-Zoll-HDD und entspricht genau der halben Bauhöhe der ST12400N und ST19171W.

Der 50-polige parallel-SCSI-Anschluss. Oberhalb des 4-Pin-Molex-Stromanschlusses befindet sich ein Aufkleber mit den Anforderungen an das Netzteil. Gemeint ist damit aber der dauerhafte Verbrauch, die aufgenommene elektrische Leistung beim Einschalten der Festplatte fällt höher aus.

Genau wie bereits bei der ST19171W existiert bei der ST32550N auf der Vorderseite ein großer Kondensator,

Bewegte Bilder

Auch von dieser Festplatte habe ich wieder ein Video erstellt.

Link zum Video auf dem Youtube-Kanal des Fireblsblog.

Inbetriebnahme

Bei dieser Festplatte gab es beim ersten Anlauf keine Schwierigkeiten. Leider zeigt SeaTools keine Betriebsstunden an. Der Kurz-Test von SeaTools for Windows meldet keine Probleme.

Benchmarks

Nachdem der erste Start reibungslos geglückt ist, dürfen natürlich auch die Benchmarks nicht fehlen.

Die Festplatte bringt mit rund 6 MB/s die Leistung, mit der sie auch beworben wurde. Hier hat erfreulicherweise der Zahn der Zeit noch nicht genagt.

Energieverbrauchsmessung

Die Energieverbrauchsmessung führe ich wie üblich für Festplatten durch. Den genauen Ablauf der drei Tests habe ich auf einer separaten Seite beschrieben. Hier gehts zu den Messmethoden. Als Test-System kommt eines meiner klassischen Sockel-775-Systeme zum Einsatz. Ein Core2Duo E6750 auf Asus P5B Deluxe (Intel P965 Chipsatz) sowie der bereits besprochene Adaptec 19160 Controller finden dabei Verwendung.

Legende zu den Messungen:

Kanal 1 (gelb) stellt die Spannungsmessung 12 V bei einer Darstellung von 10 V je Kästchen dar. Kanal 2 (türkis) stellt die Spannungsmessung 5 V bei einer Darstellung von 5 V je Kästchen dar. Kanal 3 (rosa) stellt den Stromverlauf auf der 12 V Schiene dar, bei einem Verhältnis von 2 A je Kästchen. Kanal 4 (blau) stellt den Stromverlauf der 5 V Schiene bei einem Verhältnis von 1 A je Kästchen dar. Der mit MATH gekennzeichnete Kanal stellt das Produkt einer Multiplikation von Kanal eins und drei dar, also die Leistung auf der 12 V Schiene. Für 5 V müssen wir diese Berechnung von Hand durchführen. Da das Oszilloskop uns eine .csv Datei mit allen Messwerten erstellt hat, ist das kein Problem.

U ist die Bezeichnung für Spannung und wird in Volt (V) angegeben. I ist die Bezeichnung für Strom und wird in Ampere (A) angegeben. P ist die Bezeichnung für die elektrische Leistung und wird in Watt (W) angegeben.

Messung 1 Anlauf

Nachfolgend sind die Ergebnisse interpretiert:

Kanal Max
U 12V12,8 V
U 5V5,20 V
I 12V2,08 A
I 5V1,28 A
P 12V24,8 W
P 5V6,66 W

Hatte die BarraCuda 9, ST19171W, mit ihren weit über 40 W, für den Anlauf von 9 Plattern auf 7200 rpm die Messlatte recht hoch gesetzt, so kehren wir mit der Seagate BarraCuda 2LP wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Bei knapp 30 W kombinierter Anlaufleistung bewegen wir uns wieder in normalen Regionen. Auch im Vergleich mit den Angaben des Herstellers im Produkthandbuch treffen wir den Wert auf der 12-V-Schiene mit geringer Abweichung und liegen bei den 5 V wieder knapp 30% darüber.

Messung 2 Leerlauf

Nachfolgend sind die Ergebnisse interpretiert:

Kanal Durchschnitt
U 12V11,9 V
U 5V5,00 V
I 12V0,409 A
I 5V0,526 A
P 12V4,49 W
P 5V3,96 W

Auch hier kann sich die BarraCuda 2 LP wieder unterhalb der BarraCuda 9 und den Daten aus dem Herstellerhandbuch positionieren. Zu letzterem liegen wir bei 12 V etwas unter der Angabe und knapp 100 mA unter dem angegebenen Strom im Leerlauf auf der 5-V-Schiene.

Schallpegelmessung

Die Schallpegelmessung ergibt ein ähnliches Bild, wie bei der Seagate Medalist SL ST51080N. Ein Leerlaufgeräusch von annähernd 50 dB(A) ist schon mehr als störend zu bezeichnen. Die Kalibrierungen der Köpfe, bzw. des Schreib- /Lese-Arms kurz nach dem Start schlagen mit über 57 dB(A) zu Buche.

Fazit

Mit der Seagate BarraCuda 2LP, ST32550N, hatte ich die Möglichkeit wieder eine sehr interessante Festplatte zeigen zu dürfen. Dieses besondere Format wird heute nicht mehr verwendet. Mit bis zu 57 dB (A) ist diese Festplatte nichts für den Betrieb in einer leisen Büroumgebung gewesen. Erfreulich ist, dass die Festplatte auch nach mehr als 25 Jahren noch problemlos funktioniert hat.