NAS-Arbeitsspeicher erweitern am Beispiel von Synology

In meinen Artikeln zu NAS-Systemen habe ich bisher sowohl Arbeitsspeichererweiterungen der Hersteller benutzt als auch Arbeitsspeicher Module ohne Freigaben. Da ich die Geräte in einer kontrollierten Testumgebung verwende, stellt es für mich kein Problem dar, sollte es zu Ausfällen kommen. Für Live-Umgebungen und Systeme, mit denen Geld verdient werden soll, gibt es aber gute Gründe, nur das zu benutzen, was der Hersteller auch ausgiebig auf Kompatibilität getestet hat. Der Hersteller Synology hat auf Facebook einen guten Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht. Da nicht jeder Zugang zu Facebook hat, habe ich den Beitrag nachfolgend aufgeführt. An dessen Ende befindet sich die Quellenangabe, sowie der Link zum Original.

*Warum der Arbeitsspeicher von Synology teuer ist und es dennoch sinnvoll ist ihn zu nutzen.*

Will man seine Synology DiskStation upgraden oder überlegt man sich eine neue DiskStation inkl. Arbeitsspeicher zuzulegen, so staunt man spätestens, wenn man die Preise für die RAM-Module erblickt hat.

In solchen Augenblicken fallen einem erst einmal unschöne Begriffe ein, die mit Kapitalismus, Gier und Profit zu tun haben.

Man begibt sich auf die Suche im WWW und wird (scheinbar) schnell fündig. Auf Foren wird berichtet, dass es ja gar nicht nötig ist den offiziellen Arbeitsspeicher zu nutzen. Der Manfred und der Harald schreiben, dass der Arbeitsspeicher von anderen bekannten Herstellern einwandfrei funktionieren würde. Das System hat die Module erkannt und als Beweis wird ein Screenshot mit dem grünen Haken aus dem DSM gepostet.

Na dann ist ja alles klar! Oder?
Das wollen wir uns in diesem #syknowlogy Post genauer anschauen.

Der Arbeitsspeicher ist ein zentrales Funktionselement von allen Synology NAS Geräten. Er unterstützt die CPU bei der Kernarbeit, beim Laufen von zusätzlichen Applikationen und zum Cache von Daten, auf die zugegriffen wird. Damit agiert RAM als temporäres Speichermedium für Daten, die nach Innen oder nach Außen fließen und vergrößert die Performanz.

Viele Synology DiskStations und RackStations können mit RAM aufgerüstet werden. Das ist ein einfacher Weg, die Leistung der Geräte nach Monaten oder sogar Jahren nach dem Kauf zu erhöhen.

Die technischen Spezifikationen von einem RAM-Modul hängen von den jeweiligen DRAM Chips ab. Nichtsdestotrotz kann die Qualität auch innerhalb eines Chip-Models inkonsistent sein. Der einzige Weg, unserem Qualitätsanspruch gerecht zu werden, ist es, die einzelnen Module zu testen – und zwar tausende Stunden lang.

Jede DiskStation und jede RackStation müssen auf normale und außergewöhnliche Arbeitsweise getestet werden. Der Arbeitsspeicher wird dabei mitgetestet. Bei normaler Arbeitsweise wird DSM tausende Male neuinstalliert, Volumes und RAID-Verbunde tausende Male erstellt und gelöscht. Bei außergewöhnlicher Arbeitsweise wird geschaut, wie das System sich nach mehreren hundert unerwarteten Stromausfällen einschaltet.

RS1619xs+ hat 4 Steckplätze für Arbeitsspeicher. Allein bei diesem einen Modell lassen die Ingenieure 8 verschiedene Kombinationen mit den 8GB und 16GB ECC UDIMM Modulen in verschiedenen Arbeitsweisen testen.

Manche Kunden greifen zu scheinbar kompatiblen Arbeitsspeicher-Modellen aus dem Internet. Diese von Synology ungetesteten und daher günstigeren Alternativen haben teilweise die selben technischen Spezifikationen. Sie werden vom System korrekt erkannt und scheinen auch ordnungsgemäß zu funktionieren. Doch wie bei Bit Rot werden erste Probleme erst nach einiger Zeit sichtbar.

Synology Support bekommt regelmäßig Anfragen zur Datenrettung, die auf ungetestete Arbeitsspeicher Module zurückzuführen sind. In manchen Fällen können die Probleme durch das Beseitigen von inkompatiblen RAM-Sticks behoben werden, in anderen gehen die Kundendaten für immer verloren.

Synology kann eine einwandfreie Funktionsweise nur mit den getesteten RAM-Modulen garantieren: https://www.synology.com/compatibility…
Daher empfehlen wir immer einen kompatiblen Arbeitsspeicher zu nutzen.

Solltet ihr dennoch zu den scheinbar kompatiblen RAM-Modulen greifen, seid euch bitte über die Risiken bewusst

Synology „Syknowlogy“ vom 26.12.2019 11.01 AM auf Facebook.

Link zum Post

Mit dieser Ansicht steht der Hersteller Synology natürlich nicht alleine da. Jeder Produzent von NAS, Servern oder sonstigen Computersystemen bietet für seine Artikel die passenden Arbeitsspeichermodule an oder stellt Listen mit Produkten zur Verfügung, welche genau für dieses Gerät getestet sind und für die auch eine Funktionsgarantie gegeben werden kann.

Für den Poweruser daheim mag das Risiko von eventuellen Inkompatibiliäten oder einem zeitraubenden „Zum Laufen bringen“ kalkulierbar sein. Wenn aber eine komplette Firma auf die Funktion ihrer Infrastruktur angewiesen ist, ist Zeit schnell ein nicht zu unterschätzender Geldfaktor.

Daher sollte es sich jeder zweimal überlegen, ob er günstig Arbeitsspeicher zukauft oder die höheren Kosten einschließlich der Kompatibilitätsprüfungen des Herstellers in Kauf nimmt.

Ich verwende in den Testgeräten für den Blog hauptsächlich Erweiterungen, welche vom Hersteller freigegeben sind. Einzig bei der Synology RackStation RS820RP+ habe ich einen nicht offiziell kompatiblen Arbeitsspeicher von Patriot eingesetzt. In diesem Fall habe ich zwar keine Probleme gehabt, aber es handelte sich dabei auch um den Betrieb in einem Testgerät und in einem Testumfeld ohne jegliche Garantie.

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