Seagate Exos X16, 16 TB, ST16000NM001G im Test.

Bei der Seagate Exos X16 mit 16 TB, Seagate-Nummer ST16000NM001G handelt es sich um die vierte Generation Helium-Festplatten von Seagate. Diese Festplatten zeichneten sich nicht nur durch ihre neun Platter mit Helium-Füllung aus, sondern in dieser Generation kam auch Glas als Material für die Platter zum Einsatz. Selbst wenn dieser Werkstoff zur Herstellung nur eine Generation lang Verwendung fand, gab es keine größeren Ausfallerscheinungen. Der Hersteller stellte vielmehr fest, dass die Verwendung nicht die beste Vorraussetzung für die höheren Kapazitäten war und den Fertigungspreis pro Stück unnötig in die Höhe trieb. Ab wann Seagate wieder auf Glas umsteigen wird oder es bereits vielleicht sogar schon getan hat, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Hierzu fehlen zum Zeitpunkt des Artikels die internen Informationen.

Dieses Modell habe ich mir bereits zum Zeitpunkt des Erscheinens auf Hardwareluxx.de angesehen. Da es sich hierbei jedoch um meinen dritten Artikel bei Hardwareluxx handelt und ich mir auch diese Festplatte nochmal aus einer anderen zeitlichen Perspektive ansehen möchte, schreibe ich an dieser Stelle einfach einen neuen Artikel.

Hier ist der Link zum Artikel auf Hardwareluxx.de

Seagate Exos X16 im Test. 16TB nochmal ohne HAMR

Durchführung – Teil 1

Lieferumfang und technische Daten

Ein passendes Datenblatt konnte ich erfreulicherweise noch finden.

HerstellerSeagate
SerieExos X16
ModellST16000NM001G
Kapazität16 TB
Platter9
Lese-/Schreibköpfe18
Betriebstemperatur0°C – 60°C
AufnahmemethodeCMR
Lade- / Entladezyklen600000
Workload-Rate550 TB
Cache256 MB
U/min7200 U/min
Übertragungsgeschwindigkeit (max.)261 MB/s
nicht korrigierbare Lesefehler pro gelesenem Bit, max.< 1 Sektor pro 10E15
ÜbertragungsstandardSATA III
Energieverbrauch Last/Leerlauf/Standby10,0 W / 5,0 W / keine Angabe
Geräusch ( dB(A) ) Leerlauf /Last28 / 32
MTBF2.500.000
Garantie5 Jahre

Detaillierte Bilder

Die Oberseite mit dem Etikett der Guardian-Serie im EXOS-Design.

Die Rückseite entspricht ganz dem Platinen- und Gehäuse-Design, wie es in der vierten Generation üblich war.

Die Seitenansicht der Exos X16. Das mittlere Befestigungsloch kam bereits bei der dritten Generation-HeliumFestplatten.

Die Vorder- und Rückseite der Festplatte mit dem SATA-Anschluss.

Bewegte Bilder

Natürlich gibt es auch zu dieser Festplatte ein Video auf dem Youtube-Kanal des Fireblsblogs.

Link zum Video

Durchführung – Teil 2

Energieverbrauchsmessung

Die Energieverbrauchsmessung führe ich wie üblich für Festplatten durch. Den genauen Ablauf der drei Tests habe ich auf einer separaten Seite beschrieben. Hier gehts zu den Messmethoden.

Legende zu den Messungen:

Kanal 1 (gelb) stellt die Spannungsmessung 12 V bei einer Darstellung von 10 V je Kästchen dar. Kanal 2 (türkis) stellt die Spannungsmessung 5 V bei einer Darstellung von 5 V je Kästchen dar. Kanal 3 (rosa) stellt den Stromverlauf auf der 12 V Schiene dar, bei einem Verhältnis von 2 A je Kästchen. Kanal 4 (blau) stellt den Stromverlauf der 5 V Schiene bei einem Verhältnis von 1 A je Kästchen dar. Der mit MATH gekennzeichnete Kanal stellt das Produkt einer Multiplikation von Kanal eins und drei dar, also die Leistung auf der 12 V Schiene. Für 5 V müssen wir diese Berechnung von Hand durchführen. Da das Oszilloskop uns eine .csv Datei mit allen Messwerten erstellt hat, ist das kein Problem.

U ist die Bezeichnung für Spannung und wird in Volt (V) angegeben. I ist die Bezeichnung für Strom und wird in Ampere (A) angegeben. P ist die Bezeichnung für die elektrische Leistung und wird in Watt (W) angegeben.

Messung 1 Anlauf

Nachfolgend sind die Ergebnisse interpretiert:

Kanal Max AMP1
U 12V12,8 V12,10 V
U 5V5,20 V5,04 V
I 12V2,96 A2,98 A
I 5V1,08 A1,10 A
P 12V36,80 W32,80 W
P 5V5,62 W5,55 W

1Spannungswert zwischen dem Mittelwert der oberen Signalformdachschräge und dem Mittelwert der unteren Signalformdachschräge. Dieser ermöglicht uns eine bessere Interpretation der Ergebnisse im hohen Wertebereich, da so die höchsten Spitzen mathematisch geglättet werden.

Im Gegensatz zu den neueren Seagate-Festplatten darf die Exos X16 noch vollkommen ungedrosselt anlaufen. Mit fast 3 Ampere Anlaufstrom ist die Exos X16 mit Sicherheit nicht geeignet für ein kleines oder selbstgebautes NAS mit leistungsschwachem Netzteil.

Messung 2 Idle

Nachfolgend sind die Ergebnisse interpretiert:

Kanal Durchschnitt
U 12V12,30 V
U 5V5,00 V
I 12V0,34 A
I 5V0,23 A
P 12V3,78 W
P 5V1,15W

Im Leerlauf benötigt die Exos X16 recht viel elektrische Leistung. Wie beschrieben, findet die Messung nach exakt 15 Minuten Leerlauf statt. Da in diesem Fall aber durch Windows oder die Festplatte selbst Zugriffe vollzogen wurden, konnte die Exos X16 offensichtlich nicht in die tiefste Stufe der PowerChoice-Stromspartechnologie wechseln.

Messung 3 Kopieren

Nachfolgend sind die Ergebnisse interpretiert:

Kanal Max Durchschnitt
U 12V12,8 V12,3 V
U 5V5,40 V5,00 V
I 12V2,224 A0,365 A
I 5V1,08 A0,563 A
P 12V28,0 W4,17 W
P 5V5,83 W2,82 W

Mit 6,99 Watt liegt der Verbrauch unter Kopierlast auf einem normalen Niveau für eine Enterprise-Festplatte.

Messung 4 Random-Access-Read

Nachfolgend sind die Ergebnisse interpretiert:

Kanal Max Durchschnitt
U 12V12,8 V12,3 V
U 5V5,40 V5,00 V
I 12V2,32 A0,88 A
I 5V1,24 A0,568 A
P 12V28,0 W10,50 W
P 5V6,70 W2,84 W

Auch unter Volllast sind die etwas mehr als 14 Watt angemessen für eine solche Festplatte.

Benchmarks

Für die Benchmarks habe ich die Festplatten im Hardwareluxx.de-Test-PC gemessen, um eine Vergleichbarkeit mit den Hardwareluxx-Ergebnissen herstellen zu können. Das Testsystem kann hier eingesehen werden.

Chrystal Disk Mark 6.0.2

Chrystal Disk Mark 8.0.0

ATTO Disk Benchmark 4.00.0f2

HD-Tune Pro 5.70 Lesen

HD-Tune Pro 5.70 Schreiben

HD-Tune Pro 5.70 Random-Access-Read

Bewertung

Aus heutiger Sicht sind bis zu 260 MB/s maximale sequenzielle Transferrate natürlich nicht mehr überraschend. Über viele Jahre haben wir uns an diese Leistung gewöhnt und die 300 MB/s wurden bereits auch schon von der Toshiba MG11, 24TB, MG11ACA24TE erreicht. In der damaligen Zeit war dieses Ergebnis natürlich hervorragend. Bereits mit einer Festplatte lässt sich ein NAS oder ein kleiner Server mit 1-GBit/s-Anschluss voll bedienen.

Schallpegelmessung

Bei der Schallpegelmessung wird, wie bei der Messtechnik beschrieben, der Betriebsschallpegel gemessen.

Auch in der Schallpegelmessung erzielt die Seagate Exos Ergebnisse, die auch heute noch erstklassig sind. Mit <=20dB(A) (Das Messgerät kann hier nicht weniger erfassen) zählt sie, trotz mangelnder Optimierung, zu den leisesten Festplatten. Der maximale Schallpegel von 27,8 dB(A) ist genauso hervorragend. Das oben verknüpfte Video hilft in Verbindung mit dem Schallpegelwert der allgemeinen Einordnung des Geräuschs.

Fazit

Bei einer Gesamtbetrachtung wissen wir natürlich, das auch die 18-TB-Variante der Seagate Exos nicht mit HAMR erschien, wie ich damals in meinem Artikel angenommen hatte. Genauer gesagt ist diese Technologie im breiten Markt und bei den bisher von mir getesteten 24-TB-Festplatten auch noch nicht in Erscheinung getreten. Der Rückblick auf die ST16000NM001G hat mir gezeigt, das heute „Standard-Helium-Festplatten-Werte“ nichts Besonderes mehr sind. Damals, vor 6 Jahren jedoch, war dies eine pfeilschnelle Festplatte. Erst seit zwei Generationen überhaupt ließen sich Werte oberhalb der 200 MB/s im 3,5-Zoll-Segment erreichen. Ein Alleinstellungsmerkmal bleibt dieser speziellen Festplatte von Seagate bis heute erhalten: Die verwendeten Platter aus Glas sahen wir nie wieder mit diesem Werkstoff. Seagate führte bei der nächsten Generation wieder konventionelle Metall-Platter ein und bisher war die erneute, deutlich kostspieligere Verwendung von Glas nicht mehr notwendig.

Rundherum war die Seagate Exos X16, 16 TB, ST16000NM001G eine hervorragende Festplatte und erfüllt jede Anforderung an eine Enterprise-Festplatte. Als nächstes werde ich mir im direkten Vergleich den Nachfolger aus der X18-Reihe ansehen, ebenfalls mit 16 TB.